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NEPAL ELEVATED – Der Nepal-Trip von Aurelian Böhler
Hoch hinaus: Eine Trekkingreise durch Nepals Himalaya bis zum Lobuche East

Etappe 1: Kathmandu – Lukla – Phakding
Der Start verläuft hektisch: Wegen des Wetters kommen wir statt mit dem Flugzeug per Heli in Lukla (2860 m) an – das Tor zum Everest. Von dort geht’s entspannt weiter nach Phakding (2610 m). Erste Begegnungen mit der herzlichen nepalesischen Kultur, spontane Teepausen und die noch ungewohnte Höhe bestimmen den Tag. Die Landschaft wirkt sofort spirituell, die Offenheit der Menschen ebenso.
Etappe 2: Phakding – Namche Bazar
Über Hängebrücken und durch dichte Täler führt der Weg nach Namche (3440 m). Die Logistik im Himalaya ist beeindruckend – besonders die Träger, die unsere zusätzlichen Lasten mühelos schultern. Angekommen in Namche endet der Tag mit Volleyball auf 3500 m und zwei geplanten Akklimatisationstagen.



Etappe 3: Akklimatisation – Namche – Khumjung
Eine Rundtour bringt uns erstmals an die 4000er-Marke. Zwischen Turnschuh-Sherpa und Blicken auf Everest und Ama Dablam (für mich der beeindruckendste Gipfel überhaupt) sammle ich Szenen, die keine Kamera wirklich einfangen kann. In Khumjung (3790 m) erleben wir Dorfleben pur – inklusive Yak-Fladen als Brennstoff und einem Kloster, das angeblich den Yeti-Schädel beherbergt.
Etappe 4: Namche – Dole – Machermo – Gokyo
Die Achttausender rücken näher. Goldbraune Täler, türkise Bäche und einsame Lodges prägen den Weg. Abends wärmen wir uns am „Yak-Shit-Ofen“ und hören Geschichten von Reisenden aus aller Welt. In Gokyo besteigen wir als Akklimatisation den Gokyo Ri (5357 m) – ein Panorama mit fünf Achttausendern. Danach wartet der längste Gletscher des Himalaya.



Etappe 5: Gokyo – Ngozumpa Glacier – Dragnag
Wir überqueren den 36 km langen Ngozumpa-Gletscher. Geröll, Toteis, Stille. Jeder Schritt wirkt wie in einem Videospiel: Energie haushalten, Level für Level weiterkommen. Ein Geier kreist über uns, ein Schmetterling landet auf der mitgebrachten Hirschsalami – surreale Momente in absoluter Einsamkeit. Dragnag ist der letzte Halt vor dem Cho La Pass.
Etappe 6: Cho La Pass – Zonglha
Um 4 Uhr früh geht’s los: 5420 m. Schlafmangel, dünne Luft, Fieber – aber eine faszinierende Felswelt ringsum. Ein Sherpa raucht seelenruhig auf 5300 m, während wir kämpfen. Kurz vor dem höchsten Punkt ruft uns ein Träger „Strong Austrians!“, und tatsächlich erreichen wir als Erste den Pass. Tränen, Tee und Tibetan Bread. Danach Abstieg nach Zonglha und ein dringend nötiger „Rest Day“.



Etappe 7: Zonglha – High Camp – Summit Day
Im High Camp (5200 m) bereiten wir den Gipfeltag vor. Wegen Fieber und Schlafmangel bleibe ich schweren Herzens zurück – ein richtiger Entscheid. In der eiskalten Nacht beobachte ich die Lichterkette der Stirnlampen am Berg und den klarsten Sternenhimmel meines Lebens. Ein Meteor verglüht über den Gipfelkandidatinnen. Angela und Hannah erreichen den Lobuche East (6119 m) im Sonnenaufgang. Für mich bleibt: Manchmal ist der Weg wichtiger als der Gipfel.
Etappe 8: High Camp – Pheriche – Namche – Lukla
Der Rückweg dauert nur ein Viertel der Aufstiegszeit. Drei Tage voller Panorama und Sherpa-Herzlichkeit. In Lukla sitzen wir wetterbedingt fest, ergattern dann aber im letzten Moment einen Platz im Flieger – gefolgt von einer wilden 11-Stunden-Jeepfahrt nach Kathmandu über „Straßen“, die diesen Namen kaum verdienen.
Ein kurzer Abstecher in den Chitwan-Nationalpark und ein Solo-Trek schließen die Reise ab. Zurück bleiben die Lehren der Nepali: Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und wie wenig es braucht, um zufrieden zu sein.
Skinfit hat uns durchgehend begleitet – verlässlich, funktionell und für jede Höhe gemacht.



Etappe 09 – Jeepfahrt nach Kathmandu
Die Rückfahrt nach Kathmandu dauert 11 Stunden und führt durch Flussbetten, Erdrutschzonen und zerstörte Dörfer. Die Straßen existieren oft nur temporär – Vertrauen in Fahrer und Fahrzeug ist Pflicht. Während unser Jeep knietiefe Schlaglöcher nimmt, wird klar, wie wenig Kontrolle man hier hat und wie sehr man im Moment lebt.
Mit steifem Nacken wache ich in der Nacht auf und sehe plötzlich Asphalt und Straßenlaternen – ein fast surrealer Übergang zurück in die Zivilisation.
Etappe 10 – Chitwan Nationalpark
Im Süden Nepals wechseln wir vom Hochgebirge in den dichten Dschungel des Chitwan Nationalparks. Drei Tage Safari bringen Begegnungen mit Elefanten, Krokodilen, Schlangen und riesigen Thermitenbauten. Ein Nashorn spaziert gelassen zwischen Marktständen, unser Guide mahnt, Affen nie in die Augen zu sehen.
Nur der Tiger lässt sich nicht blicken – vielleicht besser so.



Etappe 11 – Kori Solo Trek
Zum Abschluss suche ich die Herausforderung allein: ein Drei-Tages-Solo-Trek bei Pokhara, fernab touristischer Routen. Ziel: der Kapuche Glacier Lake und der 4000 m hohe Kori Peak. Fehlende Infrastruktur und widersprüchliche Karten machen die Planung zur Lotterie – nicht immer ist klar, ob die nächste Unterkunft überhaupt existiert.
Ein Bergbewohner rettet mich mit Nudelsuppe, später motiviert mich ein Einsiedler mit „You’re like Bear Grylls!“ zum Weitergehen. Im Nebel erreiche ich schließlich den Kori Peak und finde doch noch eine warme Stube – voll Sherpas, Feuerstelle und einem Schweizer Akzent. So weit von Zuhause und doch irgendwie daheim.


